Mittwoch, 30. Juli 2014

Dirndl Sew-Along: Wir haben uns entschieden: Stoff und Schnitt werden vorgestellt.


Ist das nun heute eine schwierige oder leichte Aufgabe?
Für mich war es diesmal leicht, denn ich habe mir die Stoffkombination schon länger überlegt.
Als ich einen Kombinationsstoff zum schwarzen Pagodenstoff für dieses Dirndl suchte, holte ich alle roten und schwarzen Baumwollstoffe aus meinem Lager hervor und kombinierte –ich weiß nicht wie lange- Stoffe untereinander.
Ich schwankte erst, ob ich ein schwarzes oder ein rotes Pagodendirndl nähen sollte (der rotgrundige Stoff wurde schließlich zu diesem Kleid), entschied mich dann für schwarz, hatte dann aber doch auch Lust auf ein rotes Dirndl.
Hatte ich da schon den Sew-Along im Hinterkopf oder plante ich ihn damals, um einen Grund zu haben mir dieses Jahr noch ein zweites Dirndl zu nähen?
Es war jedenfalls die gleiche Situation wie letztes Jahr
Kaum saß ich in einem Haufen voller Stoffe, begann die Hin- und Herschieberei und in meinem Kopf waren schnell fünf Dirndl, die ich nähen könnte. 
So fängt sie an, die Dirndlsucht...
Nun aber zu den Stoffen:


Den rotgrundigen, mit Edelweiß bedruckten Stoff, habe ich mal bei Buttinette bestellt, aus ihm sollen Mieder und Rock entstehen.
Der Stoff mit der Blumenbordüre wird zur Schürze. Er ist vom Crellemarkt und der letzte, noch zu verarbeitende Stoff aus de Paket, das mir eine liebe Berlinerin in die Provinz geschickt hat.

Ich besitze schon zwei Dirndl eines mit eckigem und eines mit runderem Ausschnitt, daher plane ich nun ein Herzförmiges.
Als Grundlage dafür dient mir das Modell „Julia“ (wie passend!) aus der Dirndl Revue 2013.


Allerdings werde ich wieder ein „Kleid“ nähen und kein Mieder mit Schößchen und separatem Rock wie es der Schnitt eigentlich vorsieht.

Wie habt ihr euch entschieden?
Ich freue mich sehr, es nun erfahren zu dürfen!

Julia


Mittwoch, 16. Juli 2014

Dirndl Sew-Along: Inspiration


Unser heutiges Treffen hat das Thema Inspiration: Was gefällt mir? Was möchte ich nähen?
Vielleicht ein etwas merkwürdig gewählter Titel, doch für den Bereich Dirndl/Trachten zutreffend. 
Zumindest für mich. 
Denn mich faszinieren und inspirieren traditionelle Gewänder und Trachten, doch möchte ich mir wirklich so ein Stück nähen?
Es liegt für mich ein Reiz darin, traditionelle Verarbeitungsmethoden anzuwenden, doch sind sie praktikabel für mich?



Ein wunderschönes Buch, das jede Menge Inspiration liefert, ist, das von Auguste Racinet: „The Costume History“ –Die Kostümgeschichte vom Altertum bis zum 19. Jahrhundert, erschienen im Taschen Verlag.
Auf hübsch illustrierten Tafeln werden Kleidungsstücke aus aller Welt vom Altertum bis zum 19.Jahrhundert gezeigt.



Die traditionellen europäischen Trachten sind am Ende des 19. Jahrhunderts anzutreffen. Zu dieser Zeit begann sich die Trachtenpflege zu entwickeln. Verantwortlich dafür war weniger die ländliche Bevölkerung. Die Bestrebung traditionelle Gewänder zu bewahren, ging vom Bildungsbürgertum aus, das eine romantische Sehnsucht nach der  verlorenen „heilen Welt“, nach Ursprünglichkeit und Natürlichkeit hatte.
Somit sind auch die traditionellen Trachten als ein Produkt ihrer Zeit zu betrachten.
Alles unterliegt dem zeitlichen Wandel, warum sollte eine bestimmte Art von Kleidung davon ausgeschlossen sein?
Viele Informationen zu diesem Thema findet man in dem sehr empfehlenswerten Buch von Gexi Tostmann: „Das Dirndl“.


Neben einer Kulturgeschichte des Dirndls sind auch Schnittmuster und Arbeitsanleitungen im Buch enthalten.
Frau Tostmann ist zudem eine sehr interessante Frau und quasi Österreichs Dirndl-Königin.
Etwas oberflächlicher, aber dafür moderner und mit mehr Hochglanz, ist das Buch „Dirndl“ von Heide und Kathrin Hollmer.



Neben wunderschönen Fotos mit Dirndln von aktuellen bekannten Dirndldesignerinnen findet man Bilder von vielen hübschen gemusterten Trachtenstoffen.

Schnittmuster zum Dirndl selber nähen gibt es z.B. in der jährlich erscheinenden Zeitschrift „Dirndl Revue“.


In verschiedenen neueren burda Heften, meistens in der September-Ausgabe oder in den alten burda Spezialheften „Trachten“ finden sich ebenfalls Schnittmuster.



Auch in vielen Ausgaben vom „Goldenen Schnitt“ sind  Dirndl enthalten.


Wer sich für traditionelle Trachten interessiert, kann sich mit den für Brauchtum und Heimatpflege zuständigen Abteilungen der Bezirke in Verbindung setzen.
Der Bezirk Mittelfranken unterhält eine sehr umfangreiche Seite, wo man auch Schnittmuster bestellen kann. In meinem Bezirk, Unterfranken, sieht es schlechter aus. Also einfach mal Stöbern gehen.
Heute ist das Dirndl in der Region, in der ich lebe, ein Gewand für bestimmte Anlässe.
Traditionelle Trachten findet man hier bei Trachten- und Volkstanzveranstaltungen. 
Einzig Wirtinnen und Kellnerinnen bestimmter Gaststätten tragen Dirndl regelmäßig als Berufskleidung.
Dennoch gibt es hier ausreichend Anlässe, ein Dirndl anzuziehen: Weinfeste, Kirchweihen, Familienfeiern, Ehrungen...
Das Dirndl erlaubt ein Statement abzugeben, je nachdem wie und von wem es getragen wird.
Gleichzeitig ist es häufig, für die jungen Mädchen, auch nur ein Partykleid.
Die Olympiade 1972 in München hat sicherlich dazu beigetragen, das traditionalistisch verstaubte Image des Dirndls aufzupolieren und es für die Welt zu öffnen.


Aus dieser Zeit stammt auch dieses Dirndl, das sich meine Mutter damals mit Mitte 20 genäht hat. 


Meine Oma hat es von Hand aufwändig bestickt. Heutzutage ist es für viele kaum noch vorstellbar, dass soviel Zeit und Mühe in ein einziges Kleidungsstück gesteckt wird!

Damit nun dieser Beitrag auf dem Blog nicht unübersichtlich lang wird, habe ich bei Pinterest eine Pinnwand angelegt. Dort findet ihr viele schöne Bilder von Dirndln.

Nun bin ich aber schon sehr auf euere Beiträge gespannt.

Julia  



Mittwoch, 9. Juli 2014

Me Made Mittwoch am 9.7.2014: Ich packe meinen Koffer!


Willkommen zum letzten MMM vor der langen, sehr langen Sommerpause. Heute haben wir, wie immer zum Staffelfinale, ein Motto: Ich packe meinen Koffer und nehme mit...?

Das sommerliche Kofferpacken fällt uns Nähnerds oft nicht so leicht: Die schönen Sommersachen sollen doch alle mal ausgeführt werden! Gleichzeitig ist der Platz meistens sehr begrenzt - ich zum Beispiel "darf" nur eine Reisetasche vollpacken. Gar nicht so leicht, eine gute und den inneren Nerd zufriedenstellende Auswahl zu treffen. In diesem Jahr fahre ich nach Süditalien. Immerhin habe ich da eine Art Schönwettergarantie, statistisch gesehen dürfte es während des Urlaubs weder regnen noch abkühlen. Ich mag das!

Ich brauche also leichte Garderobe. Heute zeige ich euch entsprechend meine blaue Urlaubsserie, mediteran inspiriert. Zum Flanieren und Essen gehen habe ich aus meinem Stoff von der wunderbaren Stoffwichtelei bei Frau Siebenhundertsachen ein Cambie Dress von Sewaholic genäht. Ich hatte eine Menge Anpassungsärger, aber nun bin ich ganz zufrieden. Der Stoff ist eine feste Baumwolle mit angenehm viel Stretch und in verschiedenen Lieblingsblautönen changierend.
 


Für Abende mit kühler Meeresbrise habe ich mich sehr ins Zeug gelegt, vor dem Urlaub mein WM-Tuch fertig zu stricken. Das Stickmuster ist Nuvem von Martina Behm und ich liebe es jetzt schon. Die Wolle ist Baby Alpaca Silk von Drops.


 Es ist ein wirklich ideales Fernseh- oder Autofahr-Strickprojekt, denn es werden nur rechte Maschen gestrickt und das kann ich blind, also ohne hinzusehen. Für die lange Autofahrt nach Italien habe ich schon ein zweites Nuvem geplant.


Es ist wirklich riesengroß und sehr gemütlich. Vor allem rutscht es gar nicht von der Schulter, wenn man es umschlingt - das liegt anscheinend an der 6-eckigen Form.


Für den Strand und die Terrasse habe ich schon vor einer Weile den diesjährigen Sommerkleid-Lemmingschnitt Vogue 1027 genäht. In weiß-marine gestreift und mit passendem Haarband, wenns mal schnell gehen soll. Zu dem Schnitt wurde schon viel geschrieben und auch ich bestätige: Er ist fantastisch.


Und zu guter Letzt zeige ich euch noch meinen neuen blauen Bikini im 50er Jahre Stil. Ich hab länger überlegt, ob ich Tragebilder zeige - aber dafür ist der MMM ja da, echte Bilder an echten Frauen und so.  Außerdem werde ich ihn ja auch in der Öffentlichkeit tragen, am Strand und im Schwimmbad. Ich bin sehr zufrieden mit dem Bikini, das Oberteil ist Saint Tropez von Sewy und die Hose ist im Bombshell Schnittmuster enthalten (Variante C). Die Raffungen am Rückteil habe ich allerdings weggelassen.


 Und zu allen, aber auch wirklich ALLEN diesen Sachen passen meine bequemen blauen Omaschlappen von Deichmann. Das ist überhaupt das Allerbeste!

Jetzt bin ich sehr gespannt auf eure gepackten Koffer! Wo fahrt ihr hin, was nehmt ihr mit?

Vorher aber noch einige Dinge in eigener Sache:

  •  Letzte Woche startete hier im MMM Blog ein Dirndl-Sew-Along, ihr könnt noch einsteigen! Dazu sagt die allerbeste Vivienne Westwood:"Würde jede Frau ein Dirndl tragen, so gäbe es keine Hässlichkeit mehr." Also, auf geht`s!
  • Denkt bitte in eurem Post an einen Backlink, der auf den Me Made Mittwoch verweist!
  • Wir von der MMM Crew diskutieren gerade über einige Veränderungen, die den MMM noch besser und sozusagen benutzerfreundlicher machen sollen - wir hoffen, euch kurz vor dem Ende der Sommerpause darüber informieren zu können, so dass wir mit ein paar Neuigkeiten ins nächste MMM-Jahr starten können. Stay tuned!
  • Der erste MMM nach der Sommerpause ist der 17.9.!
Genug Ausrufezeichen, hier ist die Linksammlung.



Sonntag, 6. Juli 2014

Sew-Along Dirndl und Tracht: Zeitplan




Am 9. Juli ist der letzte offizielle MeMadeMittwoch vor der Sommerpause.
Damit es uns über die Ferien nicht langweilig wird oder wir gar aus der Nähübung kommen, findet während der Sommerpause der Sew-Along Dirndl und Tracht statt.
Ich (Julia) habe mich beim Zeitplan am Nähen eines klassischen Dirndls orientiert. Regionale Trachten können Elemente haben, die in diesem Plan nicht berücksichtigt sind. Verlinkt euch dann einfach chronologisch.
Die Linksammlung bleibt bis zum nächsten Termin geöffnet.
Unser erstes Treffen findet am 16. Juli statt:           

16.7.: Inspiration: Was gefällt mir, was möchte ich nähen? 

30.7.: Wir haben uns entschieden: Stoff und Schnitt werden vorgestellt.

13.8.: Das Mieder / Leibchen

27.8.: Rock und Schürze

3.9.:  Bluse

10.9.: Großes Dirndl- und Trachten Defilée, stolz zeigen wir uns in unseren Gewändern.

Wer noch nicht ganz davon überzeugt ist, ob ein Dirndl oder Trachtengewand das Richtige für ihn ist, dem möchte ich gerne zwei Zitate der großartigen Trachtenbotschafterin Vivienne Westwood ans Herz legen:

„ Du kannst Tracht tragen und angepasst sein. Und Du kannst sie tragen und das Gegenteil eines Konformisten sein. Das hat nur mit deinem Esprit zu tun.“

Und speziell für die Damen:

„ Würde jede Frau ein Dirndl tragen, so gäbe es keine Hässlichkeit mehr.“

-in diesem Sinne: Wir lesen uns am 16. Juli.

Julia

Mittwoch, 2. Juli 2014

Me Made Mittwoch am 2. Juli 2014

Hallo und herzlich willkommen zum vorletzten MMM vor der Sommerpause.
Ich bin Wiebke -blogge sonst als Kreuzberger Nähte- und möchte euch heute mein Outfit zeigen, mit dem ich gestern versucht habe, die schüchterne Feierabendsonne hier in Berlin zu genießen.

Den Stoff kennt ihr schon von hier (Cat und ich waren zusammen auf dem Maybachufermarkt) und ich bin mir ganz sicher, dass noch weitere Kleidungsstücke aus diesem tollen, leicht stretchigen Baumwollchintz in verschiedenen Blogs auftauchen werden.
Ich habe den -umfangreich, aber immer noch nicht 100% zufriedenstellend angepassten - Elisalex-Schnitt für das Oberteil genommen und mit einem halben Tellerrock ergänzt.
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An der Seite wird das Kleid mit einem nur 25cm langen nahtverdeckten Reißverschluss geschlossen. Einen längeren hatte ich beim Nähen nicht im Haus. Da ich das Kleid aber schnell fertig haben wollte und ich mich eigentlich auch komplett ohne RV in das Kleid hinein- und hinausschlängeln könnte, ist das so auch in Ordnung.
Den Rückenausschnitt habe ich etwas höher enden lassen als beim Originalschnitt, die Linie der Armausschnitte an mir selbst abgesteckt und das Oberteil im oberen Bereich mit Futtertaft verstürzt.
Wegen des großen Musters war ich zunächst etwas unsicher, ob und wie man die großen Blumen zerschneiden und aneinandersetzen sollte. Es hat sich aber schnell gezeigt, dass man völlig unbedarft schneiden und stückeln kann.Das Muster verzeiht einfach alles.


Ich mag das Kleid an sich gerne und hatte mich ja auch sofort in die großen, sowas von richtig bunten Blumen verguckt. Allerdings fühle ich mich darin (noch?) nicht so richtig zuhause. Die Idee, in dem Kleid ein Gefühl von malerisch durch Portofino zu schlendern zu haben, funktioniert nicht so richtig. Ob es am Wetter liegt? Oder daran, dass ich mich ein bißchen fühle, wie aus einer Burdamodestrecke für Kurzgrößen entsprungen? Wenn ihr ebenfalls bei den Kurzgrößen immer etwas genauer hinschaut wisst ihr vielleicht, was ich meine.  Diese häufig etwas mediterran angehauchten Kleider, gerne auch mit Carmenausschnitten und "rassigen" Volants. 
Mal schauen, wie und ob wir noch liebevoll zusammenwachsen werden.

Ich hatte demletzt für eine abendliche Verabredung auch eine Tragevariante mit Petticoat ausprobiert und fühlte mich keineswegs unwohl, aber ebenfalls irgendwie trotzdem fremd:

Ganz und gar nicht fremd fühle ich mich hingegen in der grünen Strickjacke aus Sockenwolle, die ich derzeit immer wieder schnell an- und ausziehe. Sie leistet mir bei diesen Wetterverhältnissen sehr gute Dienste und erinnert euch zu Recht an diese Inspirationsquelle. ( Und ich werde demnächst mal etwas ausführlicher dazu bloggen)


Jetzt seid ihr dran. Verlinkt euch mit euren selbstgemachten Outfits von heute, gestern oder morgen, ich freue mich auf euch.

Denkt bitte auch unbedingt an die Rückverlinkung. Falls das nicht sofort klappen sollte, habt bitte ein bißchen Geduld, die Verlinkungen gehen nicht verloren, sondern manche landen -warum auch immer- einfach nur im Ordner für zu moderierende Links. Nach der Freischaltung, die allerdings auch mal ein halbes Stündchen dauern kann, sind sie dann sichtbar. Notfalls klickt bitte auch das Kästchen bei "Check this box to submit anyway. The link will be visible after owner's approval" an.
 http://memademittwoch.blogspot.de/2014/07/me-made-mittwoch-am-2-juli-2014.html

Und noch ein Hinweis in eigener Sache: Nächsten Mittwoch, am 9.7. ist der letzte MMM vor der Sommerpause und Catherine lädt uns dann alle zu einem kleinen special ein. Unter dem Motto "ich packe meinen Koffer", können wir uns gegenseitig zeigen, was wir an Selbstgemachtem in unsere Urlaubskoffer packen wollen oder würden....
 

Mittwoch, 25. Juni 2014

Me Made Mittwoch am 25. Juni 2014



Hallo und herzlich willkommen, zum heutigen Me Made Mittwoch. Hier zeigen Woche für Woche für Woche immer Mittwochs erwachsene Menschen Kleidung, die sie für sich genäht haben. Den bunten Reigen - siehe weiter unten - führe heute ich, .meike alias FrauCrafteln, an.

Heute zeige ich euch meinen neuen Tellerock. Es ist ein halber Teller aus einem Stoff, den ich dank Frau Nahtzugabe auf dem Markt am Maybachufer entdeckte und sehr sehr liebe. Seltsamerweise wurde der Rock, trotz großer Begeisterung meinerseits, erst Wochen nach dem Beginn des Nähens fertig...

Stoff: Baumwolle vom Markt am Maybachufer in Berlin
Schnitt: halber Teller, selbstgemacht
Bemerkungen: Bund mit Reißverschluß und Knopf, Saum mit schmalem Schrägband




... Ich war sehr lange unschlüssig, ob ich den Rock füttere oder nicht. Der weißgrundige Stoff ist wunderschön, aber auch etwas durchsichtig. Je weniger ich den Sommer gewöhnt bin, umso schamhafter bin ich. Da kam mir der Untendrunter Sew Along sehr entgegen. Ich nähte zunächst einen stufigen Unterrock aus Voile, der entsorgt werden mußte, weil er am Baumwollrock klebte. Als nächstes nähte ich einen fluffig leichten stufigen Unterrock aus weißem, weichen Tüll, der sich bereits sehr gut bewährte, obwohl er ein bisschen empfindlich ist..


weicher Tüllunterrock
Stoff: weicher Tüll und Charmeuse (Jerseyfutter) für die oberste Stufe
Schnitt: nach meinen Maßen nach dieser Anleitung
Bemerkung: für den Bund habe ich einen Tunnel für ein Gummiband genäht. Die Tüll-Lagen sind nicht gesäumt.

Am Wochenende vollendete ich noch einen dunkelblauen Unterrock, aus festerem Tüll. Auf die Idee, mit Futterstoff und zwei Lagen Tüll einen Unterrock zu nähen, kam Catherine von allures-und-couture, die auch den Untendrunter Sew Along veranstaltete und ausführliche Testreihen zum Thema Untendrunter startete. Sie nähte diesen innovativen, wunderschönen Unterrock

                                      "Patent"-Unterrock von allures-und-couture

und war so begeistert, dass sie uns an ihrem Erfolgsrezept teilhaben ließ. Danke dafür! Mein dunkelblauer Unterrock trägt sich auch wunderbar (*raschelraschel*) und ich finde, er geht auch gut unter dem weißgrundingen Rock, wenn ich dazu ein blaues Shirt und blaue Schuhe trage. Für euch - und dem Paketboten, der gerade klingelte, als ich fotografierte - ein Foto vom Unterrock ohne Rock darüber.



Unterrock á la allures-und-couture
Stoff: zwei Lagen Tüll, darunter eine Lage Acetat-Futter
Anleitung: hier
Bemerkungen: der Bund ist ein Gummiband, seitlich habe ich einen Reißverschluß eingenäht. Der Tüll ist mit schmalem Satinschrägband gesäumt. Alle drei Lagen sind als halber Teller zugeschnitten.

Nun aber ein ordentliches Foto, mit dem Blumenrock und dem blauen Unterrock darunter. Man sieht ihn leicht durchschimmern, dadurch leuchtet das Weiß ein bißchen anders. Durch den Tüllunterrock á la allures-und-couture bekommt der Rock etwas Stand, raschelt schön beim Tragen, ist es wärmer und "angezogener".

                                      mit blauem Unterrock á la allures-und-couture 


Den weißen Unterrock aus weichem Tüll finde ich aber unter dem geblümten, weißgrundigen Rock noch ein bißchen besser, denn das sommerlich Leichte wird durch den hauchzarten Unterrock noch unterstützt, ohne, dass ich mich komplett nackt fühle.


                                          mit weißem, weichem Tüllunterrock

Natürlich habe ich auch die Variante "ohne Unterrock mit hautfarbenen Slip" getestet und siehe da, es geht auch. Der Rock fällt etwas gerader runter, aber soweit ich es erkennen kann, ist er eigentlich gar nicht so durchsichtig, wie ich befürchtete.

                                                           ohne Unterrock

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Der Me Made Mittwoch macht eine Sommerpause. Letzter Termin vor der Pause ist der 9. Juli - am 16. September geht es wieder los! Damit es zwischendurch nicht langweilig wird, startet hier auf dem Blog am 16. Juli der Dirndl Sew Along hier auf dem MMM Blog

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Wie schauts bei euch aus? Fröstelnd mit Strickjacke oder auf dem Sprung ins Freibad?





Wir entschuldigen uns, falls es bei Euch Probleme beim Verlinken geben sollte. Bitte fügt einen Link zu diesem Blogbeitrag in euren Beitrag ein. 
Falls euer Vorschaubild nicht sofort in der Linkliste erscheinen sollte, probiert es noch einmal und wartet erst einmal ab. Manchmal müssen wir Links freischalten - das kann aber schon mal zwei Stunden dauern, bis wir das merken. Falls dann immer noch nicht passiert ist, schreibt uns einen Kommentar, damit wir uns um das Problem kümmern. 
Wir löschen auch Beiträge, die nicht in unser Reglement passen. Bitte schaut im Zweifelsfall in unsere Regeln. Danke für Eure Geduld!


Mittwoch, 18. Juni 2014

MMM am 18.06.2014



Herzlich willkommen zum heutigen MMM, hier und auf talentfreischoen, wo ich sonst schreibe.

Eines vorweg: Das Verlinken klappt, wenn Ihr im Backlink memademittwoch.blogspot.com angebt oder den tagesaktuellen Link mit .com am Ende!


In den letzten Tagen las und hörte ich, dass es anderswo kühl und grau ist - in Berlin herrschte bis gestern moderates Sommerwetter. Ich bin absolut kein Hochsommertyp und mag den Sommer so wie er gerade ist (oder bisher war? Ab Freitag wird es auch hier kühler...) am liebsten, gerne auch noch 2, 3 Grad mehr, aber bitte mit kühler Briese.

Nähtechnisch bin ich schon im Urlaubsmodus und habe bereits angefangen meine Urlaubsgarderobe zu nähen. Wie im letzten Jahr schonen wir unsere Klimabilanz und fahren nach Oberbayern. Ich gehe von moderatem Sommerwetter aus und plane entsprechende Kleidung.

Passenderweise habe ich am Wochenende einen Stoff verarbeitet, den ich im letzten Jahr zusammen mit Christel gekauft habe. Offenbar hatte ich was größeres mit ihm vor - immerhin hab ich 5m des feinen Viskosejerseys gekauft. Genug, um meine beiden derzeitigen Lieblingsschnitte - Tiramisu und Vogue 1027 - daraus zu nähen. Gesagt, getan, die Kleider waren am Donnerstag zugeschnitten und am Samstag spät hatte ich zwei neue fast identische Sommerkleider. Ein bisschen bekloppt, ich geb`s zu.

Frau Crafteln schrieb vorgestern, dass ihr mal wieder auffällt, dass sie beim Nähen gerne auf Nummer sicher geht. Ein Schnitt, einmal für gut befunden, wird von ihr gerne immer wieder genäht. Sie zeigt dies mit einer Galerie wunderschöner und gar nicht immer gleicher Kleider. Vielfalt in Einheit sozusagen.

Mir geht es ganz genau so wie ihr. Wenn sich ein Schnitt bewährt, gehe ich in Serie. Ich finde das auch mehr als schlüssig: ich hasse das Abpausen von Schnitten und durch die Mehrfachnutzung "rentiert" sich diese Arbeit sehr. Und wenn ein Schnitt richtig gut ist - warum sollte man dann auch nicht in Serie gehen?

Aber ich verstehe Frau Crafteln auch sehr gut in dem was sie zum MMM sagt: dass sie doch ein wenig Skrupel hat, hier immer wieder "das Gleiche" zu zeigen. Auch ich hab überlegt, ob ich allen Ernstes heute schon wieder ein Jerseykleid zeigen mag. Vielleicht kam deshalb auch die Idee mit den zwei Lieblingskleidern aus einem Stoff: Mehr vom Gleichen = doppelt gut!?

Wie auch immer. Hier total viele ein paar Impressionen von meinem neuen Vogue 1027 aka Wohnkleid:
Wie man sieht, binde ich die Bindebänder im Rücken, ich finde das hübscher als diese baumelnden Bänder vor dem Bauch.
Und hier nochmal in groß und Nahaufnahme. Wie schon an anderer Stelle geschrieben, halte ich den Schnitt für den ultimativen Sommer-Jerseyschnitt. Durch den weiten Rock und die angeschnittenen Ärmel ist das Kleid sehr schön luftig, man schwitzt nicht so darin und ist trotzdem sehr angezogen.
Der Schnitt ist gut umzusetzen und das Kleid näht sich recht flott und unkompliziert - bis auf die Bindebandlösung. Da muss man schon ein wenig "rumfrikkeln". Am Ende hat man beim Zusammensetzen von Ober- und Unterteil ziemlich viele Lagen Stoff, da hilft Vertrauen in die Maschine und beherztes Nähen, gerne auch eine zweite Runde zur Sicherheit.

Der Schnitt braucht recht viel Stoff und der Zuschnitt des Rockteils ist ein bisschen nervig, weil er eben so groß ist.
"Dafür" hat der Schnitt Taschen, und zwar große, das ist ein echter Pluspunkt. Und: Im Gegensatz zu ärmelfreien Kleidern mag ich an mir angeschnittene Ärmel sehr gerne, die ja noch dazu sehr flott zu nähen sind.
Ein echter Nachteil des Kleides: Es ist total unpraktisch wenn man wie ich auf dem Fahrrad unterwegs ist. Ich habe mir bereits eines meiner Kleider fast ruiniert - seit dem Wochenende ist es wieder heile! - und es macht wirklich keinen Spaß auf der Straße zu stehen und nicht zu wissen, wie man das Kleid jetzt wieder aus der Kette herausbastelt ohne sich per Schere zu befreien.
Ich löse das Problem mit einem Haargummi, für kurze Strecken ist das ok.
Kommen wir nun zur Nr. 2 meines kleinen Sommerjerseykleid-Contests: Tiramisu. Der Schnitt macht ja gerade gewisse Karriere im Internet, nicht zu unrecht wie ich finde.
Wo ähneln sich die beiden Kleider und welches sind die wesentlichen Unterschiede?

Tiramisu ist ebenfalls ein klassisches Fake-Wickelkleid, auch mit Taschen und moderat weitem Rockteil. Die Ärmel sind ebenfalls angeschnitten. Die Näh-Beschreibung ist sehr gut und ich denke, das Kleid ist durchaus auch für etwas erfahrene Anfängerinnen geeignet. Insgesamt finde ich Tiramisu einfacher und flotter zu nähen.

Was mich sehr irritiert hat, sind die Größenverhältnisse bei Tiramisu: Während ich beim Vogue-Kleid die 14 genommen habe (die 12 hätte es auch getan, ich hatte aber diesen Schnitt mit den größeren Größen), habe ich hier entsprechend der Größenangaben die 2. von 5 Größe gewählt  - und kann noch einige Zentimeter in der Breite wegnehmen. Ich bin mir fast sicher, dass mir auch die kleinste Größe passt - was schon sehr strange ist, ich trage üblicherweise Größe 40/42. Ach ja: laut Größenangaben müsste ich C-Cup wählen, da das zu groß war bin ich mittlerweile auf B umgestiegen.

Und: Ich habe die Oberteile um ca. 2 cm verlängert, in der Originalfassung verläuft die Naht direkt über der Brust. So is jetz schick!
Das Kleid eignet sich erheblich besser zum Fahrradfahren, man braucht keinen Knoten in den Rock zu machen.
Preislich liegen die beiden Schnitte derzeit gar nicht so weit auseinander - den Vogue-Schnitt gibt es aktuell bei Vogue für gut 17 $ - ich hab ihn auch schon teurer gesehen - und Tiramisu findet man z.B. bei Santa Lucia Patterns. Beide sind nicht gerade günstig, aber doch preiswert, wenn man ihn mehrfach näht.

Welcher der Schnitte gewinnt nun nach reiflicher Überlegung meinen kleinen Contest? Schwierig, da mir beide wirklich gut gefallen. Mema kommt nach ihrem Test zu dem Schluss, dass ihr Vogue besser gefällt als Tiramisu. Letztlich ist es - wie immer - eine ganz individuelle Entscheidung, je nachdem ob man nie Fahrrad fährt, keine Lust auf zu viel Stoff hat oder sich an die Verarbeitung von Jersey heranwagen will.

Ich werde beide Schnitt sicherlich nochmal nähen - aber ganz sicher nicht mehr in diesem Jahr! Versprochen! Für`s erste hab ich genug Jerseykleider :)

Und Ihr so? Wer es bis hierher geschafft hat, "darf" sich jetzt in die Reihe selbst benähter Frauen einreihen!


Bitte beachten: Für eine Verlinkung benötigt ihr in eurem Post wieder eine Rückverlinkung zu diesem MMM-post. Fügt also bitte, wie ihr es allermeistens ja sowieso macht, eine Kopie der Adresszeile als Link zu diesem Beitrag in euren Post ein:  
memademittwoch.blogspot.com/2014/06/mmm-am-18062014.html  
Falls das Verlinken trotzdem nicht klappen sollte: Nicht verzweifeln, ggf. "submit anyway" ankreuzen, eure Beiträge sind nicht verloren, wir finden sie im Moderationsordner wieder und schalten sie frei. Danke für eure Geduld!