Mittwoch, 10. Februar 2016

MeMadeMittwoch am 10.2.2016


Wie soll ich denn bei diesem usseligen Wetter ordentliche Blogfotos machen, kann mir das mal jemand verraten?


Regen, Regen, den ganzen Tag Regen... Ich war heute bzw. gestern schon draussen, kalt, nass und windig war es.


Am Besten ich gehe jetzt rein, hier draussen kann man wirklich nichts erkennen. Und eine Regenjacke ist es nicht, was ich Euch diesen Mittwoch zeigen wollte.


Herzlich Willkommen zum MeMadeMittwoch am Aschermittwoch. Ich heisse Katharina und blogge unter Sewing addicted.
Ich trage heute meinen neuen Mantel. Sehnlichst erwartet, ein Mantel aus hoffentlich-Wollstoff in irgendwie-schwarz.


Ich habe diesen Winter vor allem in meinem Butterick-Gertie-Mantel und meiner Peppernoot-Jacke verbracht. Beide sind toll, reichen aber irgendwie nicht für alle Lebenslagen aus. Der Gertiemantel ist warm und kuschelig, aber so weit, daß man nicht entspannt Fahrrad fahren kann (einhändig Fahrrad fahren damit die andere Hand die mächtige Saumweite zusammenraffen kann ist nicht entspannt, nein) und Peppernoot ist aus einem eher herbstlichen Stoff, will sagen zu dünn für ganz kalt. Ausserdem vermisste ich für manche Gelegenheiten etwas warmes schwarzes.

Bei einem Fabrikverkauf in Bühl habe ich letzten Herbst diesen tollen Wollstoff gekauft, er war erstaunlich günstig für die augenscheinlich gute Qualität (wobei ich garnicht sagen kann, ob es wirklich Wolle ist, fühlt sich aber so an). Ich wollte ihn am Liebsten sofort verarbeiten, habe aber eine Weile nach einem guten Schnitt gesucht.
Ich liebe große Krägen und mir schwebte etwas mit einem großen Kragen und/oder einer großen Kapuze vor. Peppernoot hat zwar die Kapuze, wird aber mit einem Reissverschluss geschlossen und fiel daher irgendwie weg, allerdings kam ich in Gedanken immer wieder zu dieser Form, schmal aber tailliert mit ausgestelltem Rock, das gefiel mir auch an anderen Frauen am Besten und würde am Besten zu meinen Kleidern passen.
Bei der Überlegung, welcher Schnitt am besten passen würde, muss man ja doch immer wieder zurückkommen auf das was überhaupt infrage kommt. Mir gefallen auch die neuen schmalen geraden Schnitte gut, an anderen Frauen jedenfalls. Weiter Mantel, schmal angezogene Beine drunter, sieht super aus. Passt aber überhaupt nicht auf Kleider mit weitem Rock und das ist einfach mein häufigstes Kleidungsstück. Also bitte nicht ablenken lassen.


Hier die Jacke ganz zugeknöpft. Und jetzt von der Seite:


Also was ist das denn nun für ein Schnitt? Ich habe bei meiner Suche eigentlich nur im Netz geschaut, meine Hefte wollte ich nicht durchblättern, warum auch immer. Irgendwann stiess ich durch die Bildersuche auf diesen Schnitt von wearing history, den Ahwahnee Blanket Coat. Laut Beschreibung ein Originalschnitt aus den 1930er Jahren, von der Shopbetreiberin in die gängigsten Größen gradiert. Also ein Mantel der theoretisch aus einer Decke geschneidert werden kann, ganz schön schlau, und das Titelmodell mit den Streifen ist ja auch wirklich nett.
(Das Foto von dem genähten Modell wiederum finde ich total scheusslich und wegen des wilden Musters nicht aussagekräftig. Ausserdem habe ich mich drei Tage gefragt, ob die Kapuze hinten offen ist wegen des weissen Flecks auf dem Foto dort. Irgendwann kam ich drauf, daß das der Halsstumpf (aus Styropor?) der Schneiderpuppe sein muss...)


Im Original (ich habe einiges geändert, aber lasst mich trotzdem kurz das Original beschreiben) wird Vorder- und Rückenteil an einem Stück im Bruch ausgeschnitten, ohne Seiten- oder Rückennaht. Es werden nur die Ärmel und die Kapuze eingesetzt (von den Taschen und dem Beleg mal abgesehen), die Taillierung wird durch einen Gürtel vorgenommen, wie einfach! Wenn man wirklich eine Decke nimmt, braucht man nichtmal säumen.
Fix ein Probeteil genäht, weil, ich ahnte es schon, sowas gerade geschnittenes einfach dreimal nicht zu weiblichen Formen passt, schade. Fazit: Ich brauche eine Menge mehr Weite ab der Hüfte und die nicht vorhandene Taillierung macht oberhalb des Gürtels leider keinen schönen Rücken...

Aber was mir sehr, sehr gefallen hat, war die Raglangeschichte samt der Kapuze und die asymmetrische Knopfleiste, also alles oberhalb der Brust, und das wollte ich ge-nau-so-ha-ben!!
Ich habe eine Nacht drüber geschlafen, dann habe ich das eine große Schnittteil einfach in vier Teile geteilt, vorne und hinten je oben und unten, ganz klassisch. Dazu habe ich unterhalb der Brust meine Peppernootschnittteile zuhilfe genommen, Silhouette und Abnäher wie dort eingezeichnet, die Taillenhöhe nach Mass genommen, ausserdem noch kleine Korrekturen von dem Probeteil im oberen Bereich übernommen. Eigentlich war das ganz einfach.
Die Eingrifftaschen in Höhe der Brust habe ich nicht gemacht (komische Idee...), dafür die aufgesetzten leicht zur Seite und nach unten versetzt (natürlich nicht ohne sie zuerst an den vorgesehen Platz zu nähen, zu versuchen die Hände hinein zu stecken um sie dann wieder abzutrennen, wir wollen ja ganz sicher sein, nicht wahr?). 
Einen Gürtel braucht es so nicht mehr. Und am Ende habe ich die Kapuze noch leicht gekürzt weil sie doppelt aus dem Wollstoff sehr schwer war. Und die Spitze ein bisschen abgerundet, ansonsten finde ich die total lustig, so gartenzwergmässig.


Das mir Raglan so liegt bzw. passt war mich vorher irgendwie nicht klar. Die Schulterpartie ist ganz simpel und einfach zu nähen, nichts steht über, ich muss nichts wegnehmen oder unschöne Rundungen korrigieren. Ich finde die Ärmel fallen schön und die gerundeten Nähte an der Schulter sind sehr edel. Ok, vielleicht war es auch Glück daß mir dieser Schnitt so gut passt.


Der Rücken sieht doch toll aus, oder? Ich werde vielleicht noch eine (kurze?) Jacke mit Stehkragen statt Kapuze nähen, das meiste hier sieht man deretwegen ja garnicht.


Neulich habe ich eine Knopfkiste geerbt, diese drei mit einer Art Blatt fand ich sehr schön für die Jacke. Es gab nur drei, daher ist der oberste ein anderer, den sieht man ja nur selten.


Alles in allem bin ich sehr glücklich über diese wärmende Ergänzung meiner Garderobe.

Und jetzt ihr, was hat Euch heute gewärmt, von aussen oder von innen? Oder seid ihr noch ganz taumelig vom Fasching?

   
   


Mittwoch, 3. Februar 2016

MeMadeMittwoch am 3. Februar 2016

Meine Name ist Karin und ich blogge unter dreikah. Seit Wochen überlege ich schon, was ich euch heute vorstellen soll:
  • einen neuen Schnitt, der mich überzeugt hat,
  • einen älteren Schnitt, den ich gerne immer wieder nähe,
  • was Buntes, das ja schon mein Markenzeichen zu sein scheint,
  • oder lieber doch was Einfarbiges, damit man nicht so auffällt.
Sogar das MMM-Team hab ich mit der Frage genervt und sehr nette Antworten bekommen ... und weiter überlegt.

Entschieden habe ich mich für alles zusammen. Kann auch ne Lösung sein,wenn man sich nicht entscheiden kann.

Ich zeige euch meine Anna aus Waxprint. Anna von By Hand London ist einer meiner liebsten Schnitte: schnell angepasst mit raffinierten Brustabnähern. Der Schnitt ist eigentlich simpel und sieht mit jedem Stoff doch anders aus. Bei der AnNÄHerung hab ich das Kleid genäht. Im Laufe des Wochenendes waren bestimmt 5 verschiedene Kleider mit diesem Schnitt an Frauen zu sehen.

 Der Schnitt macht sich zu Recht breit in der Nähnerdwelt. Waxprint vernähe ich mittlerweile sehr gerne. Wenn man etwas sucht, findet man auch kleinmustrige Prints, die ganzjährig tragbar sind. Wichtig bei Waxprint finde ich, dass sie mehrmals gewaschen und viel getragen werden, dann wird der Baumwollstoff weicher. Zudem passen zu dem Stoff gut Schnitte mit wenigen Teilungsnähten, so wird das Muster nicht gestört und man stückelt nicht unschön herum. Aus diesem Grund habe ich den Rock nicht aus  sechs sondern zwei Teilen genäht,  auch wenn das bei diesem Muster nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Die Abnäher im Rücken konnte ich wieder auftrennen, weil das Kleid seltsam aussah damit und trotz angepasstem Schnitt zu klein war. Normalerweise näh ich Anna immer mit allen vorgegebenen Abnähern, tja diesmal nicht.

Der Ausschnitt ist irgendwo zwischen V und U-Boot. Der vom Schnittmuster vorgesehen  V-Aussschnitt ist mir doch etwas zu groß, deshalb verkleinere ich ihn gerne. Das Kleid hat Innen Belege und ist nicht gefüttert. Ich trage es mit Unterkleid.

Und das "neue" Schnittmuster also meine neue Entdeckung habe ich bei Mema entdeckt. Die Marni Ponte Jacke von Style Arc. Die Jacke liegt irgendwo zwischen Cardigan und bequemen Blazer, passt zu Kleidern und Hosen. Die Jacke wird mit Prinzessnähten vorne und Abnähern hinten auf Form gebracht. Das Schößchen gibt noch Form dazu. Schößchen sind ja bei Oberteilen nicht so meins, aber dieser Schnitt hat mich echt überzeugt. Geändert hab ich nichts, er passt super.

Die Ärmelaufschläge finde ich ein schönes Detail.

 Wenn ich die Jacke eine Weile getragen habe, werde ich entscheiden, ob ich vorne noch einen Druckknopf  anbringe, um sie zu schließen. Im Moment scheint es mir noch nicht nötig. Genäht habe ich sie aus schönem Strickstoff von Tandem. Einfach mit der Overlock zusammengenäht. Auf Verstärkung mit Vlieseline habe ich bei den Belegen verzichtet, dadurch fällt sie weicher, das mag ich persönlich mehr.

Und was gibt's bei euch heute, etwas Neues, etwas Altes, was Bewährtes, etwas Buntes oder etwas Unifarbens. Ich bin mir sicher, in unserer Mittwochssammlung werden wir von jedem etwas finden.


Mittwoch, 27. Januar 2016

Me Made Mittwoch am 27. Januar 2016 mit Gastbloggerin LeoLilie

Hallo,

oder besser Türü! Mein Name ist Lisa (in den Bloggersphären bin ich eher als LeoLilie bekannt) und ich freue mich wahnsinnig, dass ich heute den MeMadeMittwoch als Gastbloggerin einleiten darf. Und das auch noch mit einer Premiere für mich, denn man kann ja nicht irgendein Nullachtfünfzehn-Shirt in einer Stunde aus dem Hut zaubern, nein für so einen MMM muss man sich schon mal an etwas Neues wagen.

Lange habe ich überlegt was das sein könnte, zuerst wollte ich mich endlich an das Cambie-Dress wagen, aber irgendwie hat das jetzt jahreszeitlich nicht ganz so gepasst. Am Ende habe ich beschlossen, dass jetzt der Softshell-Stoff, der schon seit einigen Monaten sein Dasein in einer Kiste hier fristet, endlich vermetzgert werden muss. Ursprünglich war er für den Zipper-Blouson von Waffle Patterns gedacht, jedoch war ich mit einer Probejacke (die jetzt irgendwo unfertig in einer anderen Kiste liegt) hinten und vorne nicht zufrieden. Egal was ich geändert habe, es hat immer wie ein Sack an mir ausgesehen (irgendwann muss ich das nochmals angehen).


Einen Mantel habe ich zwar letztes Jahr genäht (aber nie an) und ich besitze einen wunderschönen Kaufmantel (der aber sehr elegant ist) und so habe ich beschlossen, es muss eine legere Alltags-Jacke her (vor allem für die Übergangszeit). In den tiefen des Internets bin ich dann auf Jerika, einen Schnitt von Prülla gestoßen. Und der Schnitt hat mir auf Anhieb gefallen, schlicht aber dennoch sehr wandelbar und chic. 




So und jetzt komme ich zu meinen persönlichen Premieren:
  1. Das ist meine erste (fertige) selbstgenähte Jacke.
  2. Ich habe das erste Mal mit Softshell gearbeitet.
  3. Ich habe zum ersten Mal einen teilbaren Reißverschluss verarbeitet (Reißverschlüsse in Klamotten meide ich sonst wo es nur geht)
Zuerst habe ich natürlich eine Probejacke aus günstigem Stoff genäht (so ein Neoprenverschnitt für 3 Euro den Meter), um zu schauen wie das Ganze sitzt, bevor ich jetzt den teuren Softshell zerschnipsel und es hinten und vorne nichts passt. Laut Maßtabelle hätte ich eine 46 gebraucht und selbst die hätte oben rum gerade so gepasst und unten rum (Poppes) hätten schon ein paar cm gefehlt. Also habe ich bei der Testjacke oben eine reguläre 46 genommen und unten rum (ich sag nur weibliche Rundungen) noch ein paar cm im Schnittmuster hinzugefügt. Endergebnis: Alles zu groß, ich bin jetzt nicht abgesoffen, aber passgenau ist was anderes. 

Also wieder 34 Seiten aufs neue ausgedruckt und zusammengeklebt und jetzt eine 44 ausgeschnitten die unten dann zu einer 46 wird. Lange habe ich mit mir gehadert, ob ich jetzt nochmals eine Probejacke nähen soll, aber eigentlich war klar, dass das jetzt so passen müsste und so habe ich den Sprung ins kalte Wasser gewagt und tadaaa sie passt wie angegossen.


Zum Nähen selbst, Softshell ist schon etwas gewöhnungsbedürftig zu nähen. Ich habe jetzt auch eine normale 70er-Nadel genommen, da diese Spezialnadeln im Stoffladen um die Ecke nicht zu bekommen waren und ich dann auch nicht warten wollte, bis sie von irgendwo geliefert wird. Es ging einwandfrei damit und wenn jetzt viele die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, ich hab alles Freestyle genäht, ohne irgendwelche Klammern oder Nadeln, da ich total paranoid war ja keine Löcher irgendwo reinzupieksen. Nur den Reißverschluss habe ich geheftet.


Übrigens, das ist nicht die "normale" Kapuze, sondern eine Eigenkreation von mir, wirkt weniger sportlich (was ich gut finde) und vor allem kriege ich meine immense Kopfwolle auch drunter. Bei kleinen Kapuzen verzweifele ich da jedes Mal, vor allem wenn ich die Haare hochgesteckt habe. Ich mag außerdem den Look von so Oversize-Kapuzen (und da geht noch wesentlich mehr als hier). 


Der Leo-Stoff (musste ja fast was passend zum Blogger-Name machen ;) ) ist ein ganz leicht dehnbarer Cord. Ihn habe ich bei den Armbündchen, den Taschen und dem Kapuzeninnenleben benutzt. Apropos Kapuzeninnenleben - das hat mich fast in den Wahnsinn getrieben, das war das Einzige was irgendwie nicht hinhauen wollte, weil es sich komisch verzogen hat und dann noch total ausgefranst ist am Kragen beim Annähen, deswegen musste ich noch ein Band annähen, um einen schönen Übergang zwischen Naht und Leo hinzukriegen. Innen alles mit der Hand angenäht (in gefühlten drölfzigtausend Stunden). Das Ergebnis ist nun zwar nicht hochprofessionell, aber ich bin zufrieden.


Und wenn wir gerade schon dabei sind: Ich bin mir der Jacke trotz ihrer kleinen Fehler (ich sage nur abgesteppte Nähte) sehr zufrieden. Klar ist immer Luft nach oben, aber ich denke, sie wird ein Lieblingsteil werden, das oft zum Einsatz kommt und das ist doch das Wichtigste.  Vor allem habe ich beim Nähen viel Neues gelernt und kann es beim nächsten Mal noch besser umsetzen. Beim Fotoshooting hatte ich eigentlich die Befürchtung total zu frieren, aber selbst bei den Minustemperaturen und einem "giggerlichen" Longshirt darunter war mir angenehm warm. Das hat mich echt überrascht, denn der Stoff wirkt nicht wirklich dick und ich hatte vorher noch nie eine Softshelljacke.


Hier nochmal die Details in der Übersicht:
Schnitt: Jerika (kurze Version) von Prülla
Kapuze: Schnitt Eigenkreation
Stoffe: Softshell (Stoffenmarkonline.de), Leo-Cord (Stoffladen um die Ecke)
Zeit: ca. 5 Stunden
Fotos: Mühldorf am Inn

Noch kurz was zu den Fotos, wir haben festgestellt, dass es wahnsinnig schwierig ist gute Fotos von schwarzen Jacke mit weißem Schneehintergrund zu machen, entweder waren die Bilder seeeehr dunkel oder oft total überbelichtet. Hier habt ihr jetzt die "guten" Fotos gesehen (die anderen 51! Bilder waren wohl eher für die Tonne). ;)

So und nun bin ich ja ganz gespannt was die anderen Damen hier so Tolles gezaubert haben.

Eure LeoLilie




Mittwoch, 20. Januar 2016

MMM am 20.1. 2016

Guten Morgen die Damen ( und vielleicht auch mal wieder ein Herr?).
Herzlich Willkommen zum ersten ganz normalen MMM  2016! Ich bin Dodo und blogge auf Dodosbeads.
Und yeah, ich habs geschafft einen Wintermantel im Winter (und nicht erst im Frühjahr) fertigzustellen!
Obwohl beim Fotografieren noch die Sonne schien ist es leider nicht gelungen, die wunderbare Farbe des Mantels einzufangen. Er ist nicht grau sondern hat ein warmes khaki /oliv.


Der Schnitt 104 aus der 12/2015 Burda hatte mich gleich angelacht. Ich mag die leichte Tulpenform sehr gern.
         

Was ich auch gern mag ist der schlichte Gesamteindruck von vorn ohne sichtbare Knöpfe. Obwohl ich beim Annähen von 8 Druckknopfteilen doch etwas gestöhnt hab.
  


Ich habe an dem Schnitt nichts geändert. Im Nachhinein betrachtet könnten die Abnäher etwas höher sitzen. Allerdings stört mich das hier nicht ganz so schlimm. Bei einem Kleid würde ich mich darüber schon ärgern.
 

Was ich an dem Mantel auch sehr schön finde ist die durch die Nähte und Abnäher strukturierte Rückseite.
   

Zunächst wollte ich mir die Ärmelaufschläge teils aus Faulheit und teils wegen optischer Bedenken sparen. Dann hab ich sie doch gemacht (das war fummelig, ich hatte das Burda Chinesisch mal wieder nicht verstanden, und die Aufschläge schienen mir um einiges weiter als der Ärmel an der betreffenden Stelle). Dann hab ich aber gedacht, das ist ein Designelement dieses Schnittes, die müssen. 


Den Saum hab ich mit nicht sichtbarem Hexenstich angenäht. Ich mag Handnähen und vor allem Hexenstich sehr gern. Hat was Meditatives finde ich.
Alles in allem bin ich mit dem Mantel zufrieden, auch wenn der eine oder andere längere Rock schon mal hervorlugt...
Was hier beim ersten Foto hervorlugt ist mein Karo Hollyburn Rock, den ich geradezu zwanghaft nähen musste, nachdem ich den von Wiebke gesehen hatte.
Ich geh schnell rein und zeig ihn Euch kurz.


Dazu schreiben werde ich demnächst mal ausführlicher, denn der Hollyburn und ich waren nicht nur allerbeste Freunde.

Und Ihr so? Zufrieden mit den ersten Nähergebnissen des Jahres? Ich bin sehr gespannt auf Euch!

Mittwoch, 13. Januar 2016

Me Made Mittwoch am 13.Januar 2016-Liebling 2015



Guten Morgen und herzlich willkommen zum ersten MMM 2016.
Ich bin Claudia und blogge als bunte kleider .
Das MMM Jahr eröffne ich mit dem Liebling 2015.
2015 habe ich einige Quantensprünge in meinen Nähfähigkeiten gemacht. Dabei habe ich einen  Meilenstein bewältigt, was mich sehr glücklich macht.
Ich kann jetzt ohne mit der Wimper zu zucken jede Hose nähen die mir gefällt.



Möglich geworden ist das durch die Ginger Jeans von Closet Case Files. Ginger sitzt nicht nur gut und funktioniert an vielen Körperformen, sondern hat eine geniale Anleitung, die auch noch ergänzt wird durch einen ausführlichen Sewalong.
Wer sich bis jetzt noch nicht an eine Jeans gewagt hat, kommt damit bestimmt zu einem guten Ergebnis.
Im Rahmen des Projekt Brot und Butter bei Siebenhundertsachen sind ja einige Jeans angedacht, da lohnt sich auf jeden Fall ein Blick in den Sewalong.



Hier trage ich die Birkin Flares von Baste and Gather.
Den Schnitt habe ich mir nachträglich zu Weihnachten geschenkt. Jeder Jeansschnitt hat ja so seine Besonderheiten.
Die Bundhöhe bei der Birkin ist ein Mittelding zwischen tiefsitzend und taillenhoch, das trägt sich ganz angenehm.
Das ausgestellte Bein sieht auf dem Schnittteil riesig aus und verbraucht auch reichlich Stoff, an der fertigen Hose finde ich es aber genau richtig. Und erstaunlich unauffällig.



Jeans zu verarbeiten hat einige Charakteristika, die ich sehr reizvoll finde. Ich mag den ursprünglichen rauhen Stoff, auch die Topstitchnähte mache ich gerne.
Viel Raum für Spielerei gibt es auf den Po-Taschen.









Schön, wenn künstlerisch begabte Kinder zu Besuch sind, die zeichnen dann mal eben Hasen und Rehe auf die Taschen.
Irgendwann dieses Jahr plane ich eine Wald Jeans, mit vielen Tieren und Bäumen.


 Das Oberteil ist ein Scout Tee von Grainline aus ganz feinem Batist.
Ich habe ein Faible für Shirtschnitte, die für Webstoff gedacht sind. Die Shirts schneide ich im schrägen Fadenlauf zu.
Ich mag es , wie der Stoff dann den Körper umschmeichelt, natürlich ist es auch von Vorteil, dass die Oberteile dann deutlich bequemer zu tragen sind.





Soweit zwei meiner Lieblinge 2015.
Jetzt freue ich mich auf eure.



Sonntag, 10. Januar 2016

Wintermantel- Sew-Along - Finale der Herzen

Herzlich Willkommen zum Finale der Herzen des Wintermantel-Sew-Alongs!
Mein Name ist Chrissy, ich blogge sonst auf chrissys-naehkaestchen.blogspot.de und freue mich, euch heute hier als Gastbloggerin begrüßen zu dürfen.


Nachdem ich 2014 zusammen mit Karin den HerbstJacken-Sew-Along betreut habe, darf ich euch nun hier beim Herzensfinale für den Wintermantel-Sew-Along 2015 beistehen. Wer meinen Blog verfolgt, wird gemerkt haben, dass ich im letzten Jahr wenig genäht und geschrieben habe. 2015 war für mich in vielerlei Hinsicht ein schweres Jahr und ich scheiterte an so manchem Vorhaben, weil eben doch keine Zeit war. Dem Wintermantel wäre es um ein Haar auch so ergangen, so schaffte ich lediglich den Inspirationspost, las aber eifrig von euren Fortschritten. Ein Weihnachtskleid fing ich gar nicht erst an.


Auch ein hartes Jahr neigt sich irgendwann dem Ende zu, auch das längste Tal ist irgendwann durchschritten. So nähte ich meinen Mantel mit einiger Verspätung zwischen den Jahren und wurde pünktlich zum Finale der Herzen am Donnerstagabend fertig.


Das Schnittabpausen und Zuschneiden machte ich einen Tag vor dem eigentlichen Finale während eines wunderbaren Nähwochenendes in der brandenburgischen Einöde. Natürlich mit tatkräftiger Hilfe der anwesenden Nähnerds. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank für eure Unterstützung beim Thema Passform und Karozuschnitt. Mit dem dort erhaltenen Mastertipp für den Karozuschnitt erzielte ich an vielen Stellen des Mantels hervorragende Ergebnisse, die mich beim Nähen regelrecht flashten.  Bisher hatte ich da immer wieder Fehler gemacht und mich dann gewundert, warum trotz aufwendigen Zuschnitts kein zufriedenstellendes Ergebnis herauskam. (Anmerkung des MMM Teams: Da wir uns immer über ultimative Mastertipss freuen, gibt's auf unseren Wunsch hin bei Chrissy demnächst ein Post zum Thema "Der ultimative Mastertipp zum Karozuschnitt")


Leider lief auch jetzt nicht alles ganz glatt und so wurde nur die Mantelrückseite perfekt, an der Vorderseite hatte ich doch einiges an Versatz zwischen Oberteil und Mantelrockteil. 
Ich konfrontierte meinen Mann (der irgendwie heimlicher Nähnerd ist) mit meinem "Karodilemma", und zusammen kamen wir zu der Lösung, einen Gürtel aufzusetzen. Dadurch springt der Karoversatz nicht sofort ins Auge. 
Bevor ich mich an die Umsetzung machte, erstellte ich auf Grundlage der technischen Zeichnung des Schnittmusters eine Zeichnung vom zu erwartenden Ergebnis. Links die ursprüngliche Idee, rechts die Schummelvariante.





Zum ersten Mal nähte ich bei diesem Mantel auch Paspelknopflöcher. Da hatte ich mich vorher nie rangetraut, weil mir das ziemlich schwierig erschien. Aber einmal Mut gefasst, denke ich nun: warum habe ich das nicht schon früher gemacht? Es ist doch gar nicht so schwer und sieht einfach viel toller aus, als einfache Knopflöcher.



Die Knöpfe habe ich übrigens bei Nina im Nähkontor beziehen lassen. Ich finde sie ganz wunderbar.


Seit dem Sommer habe ich eine neue Nähmaschine und probiere mich immer noch durch alles Mögliche durch. Beim Mantel benutze ich zum ersten Mal den Nahtzugabenfuß für 1,5cm Nahtzugabe mit Führung. Den besitze ich, verursacht durch Lieferschwierigkeiten für Pfaff-Nähfüße im 2. Halbjahr, erst seit kurzer Zeit. Natürlich ist das, wie bei so manchem Extra-Füßchen, absolute Spielerei, aber ich habe es bei der Verarbeitung der dicken Lagen, wo man (naja, zumindest ich) schon mal vom Weg abkommt und auch beim extrem zickigem Futter sehr schätzen, eigentlich sogar lieben, gelernt. Das wollte ich euch nicht vorenthalten. 


Als kleinen Zusatz nähte ich auch einen Aufhänger an, der in der Mantelkonstruktion nicht vorgesehen ist. Wie ich den hätte an die Innenseite bekommen sollen, weiß ich nicht. Jetzt ist er halt außen, versteckt unterm Kragen. Ich sag mal, Hauptsache der Mantel lässt sich aufhängen.. ;-)

  

Begeistert bin ich von der hübschen Innenverarbeitung, die so schön im Schnitt vorgegeben ist. Einfach Anleitung befolgen und schon hat der Mantel ein herrliches Innenleben. Das gelingt mir meistens nicht so unbedingt, dieses hier ist aber vorzeigbar:


Weil ich ja nicht so gerne (und vor allem schön) mit der Hand nähe, nähte ich die Säume mit Schrägband. Das hat auch wunderbar funktioniert. Sicher ist die handgenähte Variante noch viel hübscher und sauberer, aber für mich reicht diese Variante vollkommen aus.



Beschwingt gebe ich jetzt an euch weiter!


 Ich bin schon sehr gespannt auf eure Ergebnisse!

Der Linktool ist geöffnet bis zum 12.1.2016 , 23.55Uhr für alle Auf-den-letzten Drücker-Näherinnen.
Am 13.1.2016 startet dann der MeMadeMittwoch ins neue Jahr mit dem Motto "Meine Lieblingskleidung in 2015".