Dienstag, 16. September 2014

Jetzt NEU beim Me Made Mittwoch!

Willkommen zur MMM-Saison 2014/2015!
Zugegeben, diese Sommerpause war wirklich sehr lang - aber dafür sind wir von der Crew nun sehr motiviert, mit euch in das nächste MMM-Jahr zu starten! Während der Sommerpause haben wir einige Verbesserungen des Me Made Mittwoch diskutiert und beschlossen, die wir euch gerne vorstellen möchten.

Vielleicht erstmal ein kleiner Rückblick: Vor zwei Jahren wechselte der Me Made Mittwoch von Catherines Blog auf diesen Gemeinschaftsblog. Seitdem kümmern wir uns als 7er Crew um die Organisation. Was ist seitdem alles passiert! Erinnert ihr euch an unsere Spendenaktion zu Weihnachten? Und an die tollen Weihnachtskleider? Neben den eigentlichen MMMs haben wir viele Sew-Alongs organisiert, gemeinsam gestrickt und Gastbloggerinnen dabei gehabt. Hinter den Kulissen haben wir uns bemüht, einige Qualitätskriterien einzuhalten und manchmal auch einzufordern. Die Teilnahme von durchschnittlich 120 Frauen in selbstgemachten und selbstgetragenen Outfits zeigt uns, dass dieser Aufwand richtig war, auch wenn es für unsere etwas strengere Moderation hin und wieder Unverständnis und Kritik gab.

Nun habt ihr zwei Jahre lang gesehen, wie Wiebke, Melleni, Meike, Lucy, Julia, Juli und Catherine wöchentlich "vortanzen", wie wir es in der Crew gerne nennen. Inzwischen kennt ihr uns, unsere Geschmäcker, Posen und Texte doch ganz gut, oder? Wir meinen: Genug von uns, mehr von euch! Habt ihr nicht auch mal Lust auf neue Typen, andere Stilrichtungen, neue Ideen?

Wir möchten euch hiermit einladen, Gastbloggerin beim Me Made Mittwoch zu werden!

Wir suchen MMM-Teilnehmerinnen, die Lust haben, ein Mittwochspost vorzubereiten, das wir dann hier veröffentlichen. Die Crew wird euch dabei natürlich mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Wir wünschen uns einen bunten Mix aus Alltäglichem und Besonderen - eure Vielfalt ist gefragt! Ob T-Shirt oder Brautkleid, es sollte nur selbstgenäht und selbstgetragen sein.

Meldet euch unter memademittwoch@yahoo.de und wir schicken euch einen kleinen Leitfaden, was ein MMM-Post beinhalten sollte und machen einen Terminvorschlag. Wir freuen uns auf euch!

Und das war noch nicht alles - denn Neu ist Neu!

Nachdem wir den MMM nun zwei Jahre lang als 7er Team betreut haben, bekommen wir Verstärkung. Wir dürfen drei neue Crewmitglieder begrüßen und freuen uns sehr, dass sie ab jetzt mit von der Partie sind!
Vorhang auf für:


Claudia  (Buntekleider)

Bielefelderin,Buchhändlerin, 50plus.
In den 80igern habe ich meine Kinder benäht und für mich wundervolle besonders bunte, besonders weite Gummizughosen genäht. 2009 habe ich wieder angefangen zu nähen, diesmal fast nur für mich und auch keine bunten Hosen mehr. 2011 habe ich angefangen darüber zu bloggen.
Jetzt habe ich nicht nur einen gut gefüllten Schrank mit schönen, passenden und bequemer Kleidung, sondern habe auch noch viele wunderbare ebenfalls nähende Frauen kennenlernen dürfen.
Bekennende Seriennäherin, immer auf der Suche nach Abkürzungen.













 

Dodo (Dodos Beads)

Noch Nordlicht , demnächst wieder Wahlberlinerin . War begeisterte Lehrerin sowohl fremder als auch der eigenen Kinder , und ist ständig bewaffnet mit allen Sorten von Nadeln , um damit Stoffe , Wolle oder Perlen zu bändigen. Die Perlen werden sowohl wegen der Freude als auch zum Gelderwerb gebändigt, alles andere ist pure Freude am Werkeln und dem Wunsch geschuldet, sich so zu kleiden wie es ihr passt. Wenn grad keine Nadeln zur Hand sind wird der Kochlöffel geschwungen , denn die Hände untätig zu lassen ist schier unmöglich . Alter? Ja , reichlich : 61

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Katharina (Sewing Addicted)

Anfang Vierzigerin aus Deutschlands Südwesten, leidenschaftliche Selbermacherin seit Kindertagen, leidenschaftliche Musikerin seit Teenietagen, Mutter von drei Jungs, näht und strickt aber am liebsten für sich selbst. Hat schon zu Schulzeiten Klassenkameraden in Carinaschnitten erstaunt und Jahrzehnte später nach Kind 2 endlich festgestellt, dass nicht jede Frau in Jeans und Pulli passen muss. Seither dem Kleidernähen und -tragen verfallen und äußerst zufrieden damit. Schnitt- und Stoffsüchtig wie alle anderen auch und neben dem Nähen von Kleidung auch der gelegentlichen Taschen- und Quiltproduktion nicht abgeneigt.

(Crewfoto erscheint ganz bald!)


Herzlich Willkommen!

 

Mittwoch, 10. September 2014

Dirndl Sew-Along: Großes Dirndl- und Trachtendefilée; stolz zeigen wir uns in unseren Gewändern.


Natürlich ist der Titel heute Programm.


Ich habe mein Dirndl sogar bereits ausgeführt, denn wir hatten am Wochenende Kerm.
Ich nutzte gleich die Gelegenheit und war am sonnigen Sonntag sehr gut angezogen.


Ich bin mit meinem Dirndl recht zufrieden, nur werde ich mich beim nächsten Dirndl gegen einen Hand gezogenen Rock entscheiden.
Die Farbe finde ich sehr gut und mir gefällt auch, dass das Dindl relativ schlicht ist. Zusammen mit der bunten Schürze und den Puffärmeln wäre es mir sonst zuviel gewesen.



Ich hoffe, ihr hattet beim Sew-Along viel Freude. Für mich war es sehr interessant und schöne, eure Überlegungen zu lesen und euere Ausführungen zu bewundern.

Schön, dass auch die eine oder andere, „Tracht“ für sich überhaupt erst entdeckt hat.

Zum Dirndl Sew-Along  hat sich auch Regina (ohne Blog) per Email geäußert. Sie hat den Sew-Along gespannt mit verfolgt und uns ein Bild ihres „Deerndls“ geschickt, das sie während der „Kieler Woche“ trug.
Ein norddeutsches Dirndl will ich euch nicht vorenthalten, daher könnt ihr es nun hier bewundern.


Mit Reginas „Deerndl“ eröffne ich nun auch die Sammlung für euere Dirndln und Trachten.
Vorhang auf und hoch die Gläser für´s große Defilée.

Julia



Mittwoch, 3. September 2014

Dirndl Sew-Along: Blusen


Wir befinden uns nun auf der Zielgeraden oder schon am Ziel. Für einige ist die Bluse der Abschluss zum kompletten Dirndlgewand.
Der Dirndl Sew-Along hat mir viel Spaß gemacht, auch wenn ich zwischendurch mal leicht hektisch wurde, weil zwei Wochen ja nur 14 Tage sind.
Ich finde es sehr spannend, eure Ideen zu Dirndl und Trachten zu lesen und freue mich sehr eure Umsetzungen anschauen zu können.
Dirndl und Trachten sind auch deshalb für mich ein spannendes Thema, denn es geht dabei nicht ausschließlich um Bekleidung. Viele Geschichten, Erlebnisse und Überlegungen führen zu der Entscheidung wie das Gewand ausschauen soll.
Nicht nur über die Zukunft denken wir nach (wie und wird sich das Kleidungsstück in mein Leben einfügen? Für welche Anlässe plane ich es zu tragen? ...), auch die Vergangenheit spielt eine Rolle (wo stamme ich her? Was verbinde ich mit meiner Identität?...) und beeinflusst den Prozess ein Dirndl oder Trachtengewand herzustellen.

Nun aber zum aktuellen Thema: Blusen



Ich habe mich für eine Bluse nach einem gängigen Dirndlblusenschnitt entschieden, das heißt eine kurze Bluse, die unten mit einem Gummiband versehen ist. Mein Schnittmuster dazu stammt aus der Dirndl Revue 2012 Modell „Fanny“. Heutzutage schauen so die meisten Dirndlblusen aus, entwickelt hat sich diese kurze Form aber erst im 20. Jahrhundert.
Davor trugen die Frauen unter dem Mieder ein langes Hemd, das gleichzeitig Unterhemd, Nachthemd und Arbeitskleid war.
Anstelle einer Bluse eignen sich auch unter dem Mieder angezogene Jerseyshirts. Sie geben dem Gewand einen „sportlicheren“ und schlichteren Charakter.

Blusen, Hemden oder Shirts zeigt her eure (obendrunter)-Oberteile!

Julia

Mittwoch, 27. August 2014

Dirndl Sew-Along: Rock und Schürze

 
Heute geht es um den Rock und die Schürze.
Zunächst möchte ich Überlegungen zur Rocklänge loswerden.
Traditionell ist der Rock zum Dirndl eher länger, in jedem Fall Knie bedeckend. In der 70er Jahren des 20. Jahrhunderts waren sehr kurze Röcke auch bei Dirndln angesagt.
Ich denke, dass für die Länge des Rockes folgende Punkte beachtet werden sollten:
-       Stil und Länge sollten harmonieren: ein klassisches Dirndl braucht einen etwas längeren Rock, ein modernes Partydirndl wirkt mit zu langem Rock vermutlich seltsam.
-       Beachte die Silhouette: Knie umspielend oder Knöchel umspielend sieht in meinen Augen besser aus als irgendwo an der Wade endend.
-       Alter, Körpergröße und Statur der Trägerin.
-       Zu welchem Anlass möchte ich mein Dirndl tragen? Der Rock eines Brautdirndls wird sicherlich länger sein als der eines Oktoberfestdirndls.

Der Rock wird klassischer weise gerade aus der Stoffbahn geschnitten und dann auf Taillenweite eingereiht, gezogen oder in Falten gelegt. 
Bei meinen beiden ersten beiden Dirndln habe ich den Rock in Falten gelegt, für dieses Dirndl habe ich ein Hansel verwendet, mit starkem Garn per Hand eingereiht und dann die Fäden angezogen. 



Als Hansel habe ich kein vorgefertigtes bedrucktes Stoffband verwendet, sondern karierten Baumwollstoff mit 0,5 x 0,5 cm großen Karos.
Ich habe vier Reihen im Abstand von 1,5 cm gestiftelt.


Im Prinzip gefällt mir das Gestiftelte, aber Figur schmeichelnder finde ich Falten. Das Stifteln macht für das moderne Auge zu breite Hüften, was mir, bei meiner geringen Körpergröße nicht ganz so recht gefällt.


Zum Glück hat das Dirndl aber eine Schürze, die die Silhouette positiv beeinflusst.


Ich habe dabei eine Bundhöhe und eine Bänderbreite von 4cm gewählt. Die Bundbreite entspricht der halben Taillenweite minus 4cm.
Das rechteckige Schürzenteil ist gut 2cm kürzer als der Rock und habe es einfach oben maschinell auf Bundweite eingereiht. Stifteln oder Falten legen wären auch eine Methode gewesen.


Die Schürzenbänder sind relativ lang, bei mir ca. 1,10m, denn im gebundenen Zustand sollen sie gut fallen. Die Enden habe ich angeschrägt.

Ob es tatsächlich ein „Schleifenbindegesetz“ gibt, darüber streiten sich die Geister.
Geschmacksache ist es, ob die Schürzenbänder vorne oder hinten gebunden werden. Ob die Schleife allerdings vorne rechts oder vorne links gebunden wird, hat für viele eine Bedeutung: die Schleife auf der rechten Seite ist der verheirateten Frau vorbehalten, ledige Frauen mussten links binden.

Nun aber Vorhang auf für euere Röcke und Schürzen.

Julia

Mittwoch, 13. August 2014

Dirndl Sew-Along: Das Mieder / Leibchen

Das Leibchen ist der Teil des Dirndl, der einen Schnitt benötigt oder auf den Leib geschneidert wird. Früher gab es keine Papierschnitte und daher wurde damals das Oberteil direkt angepasst. 
In verschiedenen Dirndl-Workshops wird das teilweise auch heute noch so gemacht. 
Für mich ist das, im Zeitalter der Schnittmuster, nicht mehr praktikabel.
Beim Dirndl ist es aber sehr wichtig, dass das Leibchen gut sitzt, früher übernahm es die Stützfunktion. 
Damit ich eine gute Passung bekomme nähe ich mir Probeoberteile des Leibchens und passe sie mit Hilfe meiner Schneiderbüste an. 
Hat man eine Person, die sehen und abstecken kann zur Hand, braucht man keine Büste. Ich finde es aber nicht praktikabel an sich selbst alleine abzustecken. 
Für mein Leibchen habe ich diesmal zwei Probeoberteile genäht, was auch daran lag, dass der Schnitt ursprünglich für ein separates Mieder mit Schößchen konzipiert war. 
Nach dem zweiten Probeleibchen waren es nur noch wenige Änderungen und die konnte ich dann direkt umsetzen. 

Ursprünglich plante ich für mein Dirndl eine aufwändige Ausschnittverzierung mit Froschgoscherlborte oder Herzrüsche. 
Anleitungen für Froschgoscherlborten findet ihr z.B. hier, hier und hier, für Herzrüschen hier und hier ,auch sehr hübsch ist die Bonbonrüsche, hier findet ihr dafür eine sehr schöne Anleitung. 
Ich habe mich dann allerdings umentschieden und lediglich eine schmale Borte aufgenäht. Das Stoffmuster schien mir zu dicht und später in der Kombination mit der bunt gemusterten Schürze, ist es für meinen Geschmack damit genug verziert. 
Ich mag es halt für ich tendenziell immer lieber etwas schlichter. 
Verschlossen wir mein herzförmiges Mieder mit Perlmuttknöpfen. 
Neben Knöpfen könnte das Leibchen auch mit Haken und Ösen oder mit einen Reißverschluss geschlossen werden. Außerdem gibt es auch reine Schnürmieder. 
Ich plane das Dirndl stets mit Schürze zu tragen, daher kann ich einen Schlitz in der vordern Mitte der Rockbahn lassen und auf Verschlüsse am Rockteil verzichten
Wie sieht euer Leibchen, Oberteil, Mieder aus? 
Ich bin gespannt.... 

Julia 



Mittwoch, 30. Juli 2014

Dirndl Sew-Along: Wir haben uns entschieden: Stoff und Schnitt werden vorgestellt.


Ist das nun heute eine schwierige oder leichte Aufgabe?
Für mich war es diesmal leicht, denn ich habe mir die Stoffkombination schon länger überlegt.
Als ich einen Kombinationsstoff zum schwarzen Pagodenstoff für dieses Dirndl suchte, holte ich alle roten und schwarzen Baumwollstoffe aus meinem Lager hervor und kombinierte –ich weiß nicht wie lange- Stoffe untereinander.
Ich schwankte erst, ob ich ein schwarzes oder ein rotes Pagodendirndl nähen sollte (der rotgrundige Stoff wurde schließlich zu diesem Kleid), entschied mich dann für schwarz, hatte dann aber doch auch Lust auf ein rotes Dirndl.
Hatte ich da schon den Sew-Along im Hinterkopf oder plante ich ihn damals, um einen Grund zu haben mir dieses Jahr noch ein zweites Dirndl zu nähen?
Es war jedenfalls die gleiche Situation wie letztes Jahr
Kaum saß ich in einem Haufen voller Stoffe, begann die Hin- und Herschieberei und in meinem Kopf waren schnell fünf Dirndl, die ich nähen könnte. 
So fängt sie an, die Dirndlsucht...
Nun aber zu den Stoffen:


Den rotgrundigen, mit Edelweiß bedruckten Stoff, habe ich mal bei Buttinette bestellt, aus ihm sollen Mieder und Rock entstehen.
Der Stoff mit der Blumenbordüre wird zur Schürze. Er ist vom Crellemarkt und der letzte, noch zu verarbeitende Stoff aus de Paket, das mir eine liebe Berlinerin in die Provinz geschickt hat.

Ich besitze schon zwei Dirndl eines mit eckigem und eines mit runderem Ausschnitt, daher plane ich nun ein Herzförmiges.
Als Grundlage dafür dient mir das Modell „Julia“ (wie passend!) aus der Dirndl Revue 2013.


Allerdings werde ich wieder ein „Kleid“ nähen und kein Mieder mit Schößchen und separatem Rock wie es der Schnitt eigentlich vorsieht.

Wie habt ihr euch entschieden?
Ich freue mich sehr, es nun erfahren zu dürfen!

Julia


Mittwoch, 16. Juli 2014

Dirndl Sew-Along: Inspiration


Unser heutiges Treffen hat das Thema Inspiration: Was gefällt mir? Was möchte ich nähen?
Vielleicht ein etwas merkwürdig gewählter Titel, doch für den Bereich Dirndl/Trachten zutreffend. 
Zumindest für mich. 
Denn mich faszinieren und inspirieren traditionelle Gewänder und Trachten, doch möchte ich mir wirklich so ein Stück nähen?
Es liegt für mich ein Reiz darin, traditionelle Verarbeitungsmethoden anzuwenden, doch sind sie praktikabel für mich?



Ein wunderschönes Buch, das jede Menge Inspiration liefert, ist, das von Auguste Racinet: „The Costume History“ –Die Kostümgeschichte vom Altertum bis zum 19. Jahrhundert, erschienen im Taschen Verlag.
Auf hübsch illustrierten Tafeln werden Kleidungsstücke aus aller Welt vom Altertum bis zum 19.Jahrhundert gezeigt.



Die traditionellen europäischen Trachten sind am Ende des 19. Jahrhunderts anzutreffen. Zu dieser Zeit begann sich die Trachtenpflege zu entwickeln. Verantwortlich dafür war weniger die ländliche Bevölkerung. Die Bestrebung traditionelle Gewänder zu bewahren, ging vom Bildungsbürgertum aus, das eine romantische Sehnsucht nach der  verlorenen „heilen Welt“, nach Ursprünglichkeit und Natürlichkeit hatte.
Somit sind auch die traditionellen Trachten als ein Produkt ihrer Zeit zu betrachten.
Alles unterliegt dem zeitlichen Wandel, warum sollte eine bestimmte Art von Kleidung davon ausgeschlossen sein?
Viele Informationen zu diesem Thema findet man in dem sehr empfehlenswerten Buch von Gexi Tostmann: „Das Dirndl“.


Neben einer Kulturgeschichte des Dirndls sind auch Schnittmuster und Arbeitsanleitungen im Buch enthalten.
Frau Tostmann ist zudem eine sehr interessante Frau und quasi Österreichs Dirndl-Königin.
Etwas oberflächlicher, aber dafür moderner und mit mehr Hochglanz, ist das Buch „Dirndl“ von Heide und Kathrin Hollmer.



Neben wunderschönen Fotos mit Dirndln von aktuellen bekannten Dirndldesignerinnen findet man Bilder von vielen hübschen gemusterten Trachtenstoffen.

Schnittmuster zum Dirndl selber nähen gibt es z.B. in der jährlich erscheinenden Zeitschrift „Dirndl Revue“.


In verschiedenen neueren burda Heften, meistens in der September-Ausgabe oder in den alten burda Spezialheften „Trachten“ finden sich ebenfalls Schnittmuster.



Auch in vielen Ausgaben vom „Goldenen Schnitt“ sind  Dirndl enthalten.


Wer sich für traditionelle Trachten interessiert, kann sich mit den für Brauchtum und Heimatpflege zuständigen Abteilungen der Bezirke in Verbindung setzen.
Der Bezirk Mittelfranken unterhält eine sehr umfangreiche Seite, wo man auch Schnittmuster bestellen kann. In meinem Bezirk, Unterfranken, sieht es schlechter aus. Also einfach mal Stöbern gehen.
Heute ist das Dirndl in der Region, in der ich lebe, ein Gewand für bestimmte Anlässe.
Traditionelle Trachten findet man hier bei Trachten- und Volkstanzveranstaltungen. 
Einzig Wirtinnen und Kellnerinnen bestimmter Gaststätten tragen Dirndl regelmäßig als Berufskleidung.
Dennoch gibt es hier ausreichend Anlässe, ein Dirndl anzuziehen: Weinfeste, Kirchweihen, Familienfeiern, Ehrungen...
Das Dirndl erlaubt ein Statement abzugeben, je nachdem wie und von wem es getragen wird.
Gleichzeitig ist es häufig, für die jungen Mädchen, auch nur ein Partykleid.
Die Olympiade 1972 in München hat sicherlich dazu beigetragen, das traditionalistisch verstaubte Image des Dirndls aufzupolieren und es für die Welt zu öffnen.


Aus dieser Zeit stammt auch dieses Dirndl, das sich meine Mutter damals mit Mitte 20 genäht hat. 


Meine Oma hat es von Hand aufwändig bestickt. Heutzutage ist es für viele kaum noch vorstellbar, dass soviel Zeit und Mühe in ein einziges Kleidungsstück gesteckt wird!

Damit nun dieser Beitrag auf dem Blog nicht unübersichtlich lang wird, habe ich bei Pinterest eine Pinnwand angelegt. Dort findet ihr viele schöne Bilder von Dirndln.

Nun bin ich aber schon sehr auf euere Beiträge gespannt.

Julia